Einsortiert unter: Gedanken | Schlagwörter: Ausfall, ausfallen, Dekompression, Dekompressionsunfall, Knoten, Problem, Spool, Tauchcomputer, Tiefe, Zeit
Auf Grund des vergangenen Ereignisses bin ich etwas nachdenklich geworden. Mein Tauchcomputer (TC) fiel auf über 40m im Walchensee mit Deko auf dem Schirm aus. Was tun? Die erste Wahl ist sicherlich mit dem Buddy auszutauchen und nach dessen Dekodaten eventuelle Stops abzuleisten. Dadurch würden eventuelle Tiefenunterschiede beim Tauchen (und seien es nur 1-2m) vollkommen ignoriert. Das wäre sicherlich zu verkraften, da die aktuellen Algoritmen Sicherheitspuffer eingebaut haben und tendenziell konservativ rechnen. Aber was tun, wenn kein Buddy da ist? Sicherlich ist das aus Sicht der meisten Taucher eine No-Go Situation, doch sei es nun auf Grund von mangelnder Sicht und einem verlorenen Buddy, sei es auf Grund anderer Probleme oder auf Grund eines leichtsinnigen Solotauchgangs, sich selber helfen zu müssen kann vorkommen. Aus diesem Grund sollte bei der Überlegung davon ausgegangen werden, daß man sich selber helfen können muß. Die Antwort der Solotauchausbildung liegt in Redundanz. Zwei Tauchcomputer am Arm erlauben die Übersicht. Einer als Bottom Timer, der im Fall des Falles mit Hilfe der vorher aufgeschriebenen Tabelle den Aufstieg erlaubt. Mit diesem Modell im Kopf habe auch ich mir zwei Tauchcomputer zugelegt.
Beim vergangenen Tauchgang warf mir Mareike dann bei dem Thema eine Frage an den Kopf, die mich zum Schwitzen brachte: Was tun, wenn beide TCs unterschiedliche Werte anzeigen? Welchem TC vertrauen (die Frage erinnert an die Frage nach der Anzahl der O²-Sensoren bei RBs)? Nun gut, wenn man sich in 2m befindet ist eine Unterscheidung ob 2 oder 15m stimmen machbar. Doch in 40m ist zwischen 40 und 50m kaum zu unterscheiden. Da selbst die Tiefe nicht eindeutig zu bestimmen ist, wäre weniger die Frage nach der Dekostufe interessant (die man ja durch die Tabelle ablesen könnte), sondern vielmehr die Frage nach der aktuellen Tiefe um den Stop auch in der richtigen Position abzuhalten. Welchem Rechner vertrauen? Dem tieferen und ggf. mehr auf als absättigen? Oder dem flacheren um ggf. Verletzung der jeweiligen Zone zu erreichen? Das Resultat für Mareike bestand darin zu sagen, daß ein weiterer TC für sie keine weitere Sicherheit bietet und ggf. der Rechner des Tauchpartners die entscheidenden Daten liefert.
Ich war mit dieser Entscheidung noch nicht ganz zufrieden. Denn sollte der TC nicht ganz ausfallen, sondern generell falsche Werte anzeigen ist es für mich alleine mit einem TC nicht feststellbar. Sollten zwei TCs unterschiedliche Werte anzeigen weiß ich immerhin, daß irgendetwas nicht stimmt. Wichtig würde dann sein, daß die angegebene Zeit zumindest in etwa stimmt (sehr große Abweichungen kann man wahrscheinlich intuitiv erahnen und ansonsten würde man den längeren und somit konservativeren Wert als Basis für die Dekoberechnung nehmen) und das man eine entsprechende Tiefenreferenz bekommt. Eine Redundanz des Tauchcomputers stellt somit für mich bereits einen Sicherheitsgewinn dar, beantwortet aber immer noch nicht die Frage, welcher Kalkulation ich nun grob folge. Die gleiche Regel wie mit der Zeit ließe sich auch für dien Tiefe einführen. Größere Tiefen abzuschätzen ist hingegen eine wahre Herausforderung (besonderes für ungeübtere Taucher) und birgt somit ein größeres Risiko. Eine Lösung könnte ein dritter TC sein. Doch irgendwann macht man sich auch lächerlich mit zu viel Gebaumel am Arm.
Eine günstige und praktikable Lösung ist es, in das Spool für den Surfacemarker bei gewissen Tiefen Knoten zu machen. 1 Knoten auf 3m, zwei Knoten auf 6m, drei Knoten auf 9m und vier Knoten auf 12m. Diese Methode lässt sich sicherlich auch bis 21m weiter führen, wird dann jedoch irgendwann unübersichtlich. Der Vorteil liegt in der Ertastbarkeit der Tiefe. Selbst bei schlechten Bedingungen wäre auf diese Art und Weise ein geordneter Aufstieg möglich. Besonders, da der Großteil der Deko auf 3-9m abzusitzen sind könnte man mit einem sehr langsamen Aufstieg bis in diese Tiefen auch ohne einzelne Dekostops wahrscheinlich das Gröbste verhindern. Das Problem bleibt jedoch die zur Berechnung der Dekostops notwendige Maximaltiefe. Da man bei einem dekopflichtigen TG in der Regel etwas länger auf einer gewissen Tiefe verbracht hat ist es sicher möglich auch hier eine grobe Schätzung abzugeben.
Was ist das Resultat der ganzen Überlegung?
- Ein zweiter TC hat nur in den tieferen Sinn Abweichungen und Fehlfunktionen eines TCs zu identifizieren und ggf. bei einem vollkommenen Ausfall einzuspringen
- Eine Tabelle mit Aufstiegszeiten (ggf. mit entsprechenden Dekogasen) ist im Notfall unumgänglich wenn man nicht auf DoF zurückgreifen möchte
- In das Spool eingeknotete Tiefenanzeigen ermöglichen eine Identifikation der wichtigsten Tiefen im worst case
- Es lohnt sich in regelmäßigen Abständen während des Tauchgangs die TCs zu überprüfen um im schlimmsten Fall eine Idee zu haben, wie lange man schon unter Wasser unterwegs ist und auf welchen Tiefen man die maximale Tiefe oder die meiste Zeit verbracht hat um große Abschätzungen, im Fall unterschiedlicher Anzeigen, machen zu können
- Ein Buddy und der TC zwischen den Ohren sind in dem Fall von fehlgeleiteten Instrumenten sicherlich die beste Lebensversicherung
Ich würde mich freuen, wenn ihr Eure Gedanken zu dem Thema mit mir teilen würdet.
Einsortiert unter: Gedanken | Schlagwörter: Blasen, DAN, Dekompression, Flirt-Studie, Jo-jo, Jojo, Leonardo, Profil, Studie
Zur Zeit scheint die Forschung der DAN der Theorie nachzugehen, daß Jojo Profile womöglich blasen-reduzierend wirken könnten. Entsprechende Tests mit Schweinen verliefen erfolgreich. Einen rudimentären Bericht gab es hierzu auf WDR5. Das Manuskript dazu findet ihr hier: Leonardo Studie zu Dekompression.
Ich bin auf die Ergebnisse der Studie gespannt.
Einsortiert unter: Tauchen | Schlagwörter: Dekompression, Stage, Starnberger See, Wand, Wasserwacht
Heute war es nach einer Studienpause endlich wieder soweit und ich hatte mich mit drei weiteren Recken an der Wasserwacht am Starnberger See zum Tauchen verabredet. Ivo, Florian und Koen waren mit von der Partie und wir trafen auch noch Uwe. Es ist schön wieder hier zu sein
Ein Rebreather, drei Doppelpakete und zwei Stages landeten im Wasser und wir bildeten zwei Zweiergruppen. Geplant waren um die 30m, in die linke Richtung und dann zurück. Direkt nach dem Einstieg kreuzte uns eine Tauchschulgruppe, die ihrem Namen alle Ehre machte. Bepackt mit Splitfins pflügten sie wie die Wildsäue durch den Untergrund. Glücklicherweise schlugen sie eine andere Richtung an und so blieben wir für den restlichen Tauchgang von schlechter Sicht verschont. Leider verloren wir die andere Zweiergruppe bei dem Versuch der Wolke auszuweichen und trafen sie erst wieder als sie uns auf 30m in der Dunkelheit entgegen kamen. Wir setzen den Tauchgang dennoch in entgegengesetzten Richtungen fort. Mit 35,5m um sich eine teilweise verrottete Schubkarre anzusehen war der tiefste Punkt erreicht. Auf 15m wechselte ich auf die Stage. Es klappt inzwischen wesentlich besser. Die anderen zwei erreichten die Oberfläche nach ca. 60min und wir beendeten den Tauchgang mit 18min Deko nach 82 min.
Die Sicht ist im Einstiegsbereich generell mittelmäßig (für Starnberger Verhältnisse) mit ca. 3m, ab 20m klärt es auf und wird mit der Tiefe besser. In 30m hatten wir ca. 15m Sicht. Die Temperatur dort liegt wie im Winter bei ca. 5°C. Allerdings ist es oberhalb der Sprungschicht bei 7m mit 15°C angenehm warm für die Deko. Ich freue mich auf den kommenden Tauchgang.
Einsortiert unter: Ausbildung, Gedanken | Schlagwörter: Bühlmann, Deco, Dekompression, Gradients, high gradient factor, low gradient factor, M Values, Navy, Safety Factors, Tabellen
Gestern war vom DDU ein Stammtisch zur Dekompression angesetzt worden, um M-Values, O2-Fenster, Gradients, etc. etwas näher zu beleuchten, Fragen zu beantworten und hinter das Mysterium Dekompression (welches auch wissenschaftlich noch in mancher Ausprägung schwer greifbar ist) näher zu beleuchten und zu verstehen. Zu fünft schlugen wir also in einem überschaubaren Kreis im Augustiner auf und begannen nach etwas einführendem Gespräch einem Vortrag zur Entstehung und zum aktuellen Forschungsstand zu lauschen. Alle Vortragsteile wurden vorbildlich mit Quellen und Material sowie mit Literatur zum weiteren Vertiefen belegt.
Den kompletten Abend an dieser Stelle zusammen zu fassen ist schier unmöglich, da er sich über 5 Stunden zog. Die Vertiefung bestätigte mich in meinen bisherigen Schlußfolgerungen zu deko on the fly, warf jedoch auch einige Gedanken und Begründungen über Board. Beizeiten werde ich diesen Exkurs auch wieder fortführen.
Ein Informationsstammtisch wie der erlebte ist auf jeden Fall sehr empfehlenswert und informativ. Ich habe viel mitgenommen und auch einige neue Zusammenhänge knüpfen können. Das Thema ist erstaunlich komplex und auch besonders im Bereich der Forschung sehr spekulativ!
Ein Buch wurde mir während des Workshops mehrfach ans Herz gelegt: Tauchmedizin von A.A. Bühlmann. Zwar ist Bühlann nicht mehr der frischste Algorithmus, jedoch die einzige ausführlich getestete Grundlage auf der die meisten heutigen Modelle aufbauen. Er stellt somit die einzige “sicher” verifizierte Dekompressionsgrundlage dar.
Einsortiert unter: Gedanken | Schlagwörter: Übungen, Dekompression, Flossenübung, Stage Drill, Valve Drill, Wärme
Im Zuge meiner letzten, längeren Deko habe ich auf dem 3m-Stop diverse Übungen (Flossentechnik, V-Drill,…) durchgeführt. Die Gedanken dahinter waren simpel: Zum einen lenkt das etwas von der Kälte ab, zum anderen wärmt Bewegung immer etwas und zuletzt kann Üben ja nicht schaden.
Die Reaktion auf die Veröffentlichung meiner Betätigung war vielfältig und durch die Bank negtiv. Daraufhin habe ich mir die Frage gestellt, ob Bewegung während der Deko tatsächlich generell schlecht zu bewerten ist.
Auf mehreren Seiten stieß ich dann auf Bestätigungen meiner Theorie. Bewegung während der Deko ist empfehlenswert! Die Wärme ist zum einen ein wichtiger Faktor zur Vermeidung einer DCS und zum zweiten wird durch Bewegung verhindert, daß einige Extremitäten unzureichend durchblutet werden und dadurch womöglich sogar anfälliger für DCS werden. “Untätiges Rumhängen” wirkt demzufolge sogar kontraproduktiv!
Natürlich bedeutet das jetzt nicht, daß man sich während der Deko anstrengenden Tätigkeiten widmen sollte (da durch den ansteigenden Blutdruck bei Anstrengung komprimierte Blasen in den arteriellen Kreislauf gelingen könnten) oder Tätigkeiten, die womöglich zum Abbruch der Deko führen (z.B. Trockirolle). Wer jedoch bei Flossentechniken, S- oder V-Drills angestrengt wird macht wahrscheinlich generell einiges sehr falsch
Einsortiert unter: Gedanken | Schlagwörter: Deko on the fly, Dekompression, VPM-B
Nachdem ich vergangene Woche einen Post zu meinen Gedanken zum Vergleich von Deko on the Fly (DoF) und dem neueren VPM-B Algorithmus veröffentlicht habe, haben sich einige freundliche Stimmen an mich gewendet und mich auf Fehler in meiner Rechnung (welche primär auf die zu verwendenden Gase zurück zu führen sind) hingewiesen (einige Kleinigkeiten wurden auch schon im älteren Post angepasst). Dafür an dieser Stelle vielen Dank. Nach der Korrektur der Gase ergibt sich dennoch ein ähnliches, wenngleich leicht verschobenes Bild. Auffallend ist nach wie vor, daß DoF bei den tiefen Stops, die direkt auf den Gaswechsel folgen längere Dekozeiten berechnet und somit den PpO2 von 1,6 voll “auskostet”. Wie bereits im letzten Artikel beschrieben ist diese Vorgehensweise besonders bei den tiefen Stops zur Vermeidung von Mikroblasen jedoch laut Hahn (2010, Aktuelle Erkenntnisse zur Dekompression, S. 15-21) kontraproduktiv. Der korrekte Vergleich sieht nun aus wie folgt:
| Stoptiefe | DoF | VPM-B |
| 21m | 3 | 1,5 |
| 18m | 2 | 1 |
| 15m | 2 | 1 |
| 12m | 2 | 2 |
| 9m | 2 | 3 |
| 6m | 5 | 12 |
| 3m | 6 | 3 |
| Summe | 22min | 23,5min |
Einsortiert unter: Tauchen | Schlagwörter: Buddybörse, DDU, Dekompression, Kapelle, Kuh, Panther, Starnberger See, Toilettenschüssel
Gestern habe ich mich zum allgemeinen Urlaubsende nochmals mit zwei Buddies zum Tauchen getroffen.
Als ich morgens um 09.30 Uhr nach dem Füllen an der Kapelle zum ersten Tauchgang des Tages vorfuhr mußte ich feststellen, daß ich nicht grade der einzige mit dieser Idee war. Alle Parkplätze waren zum Bersten voll! Als Florian aus dem DDU eintraf haben wir uns noch etwas mehr gequetscht um dann schlußendlich zu starten. Wir trafen vor Ort noch Klaus und machten uns langsam ans anrödeln. Geplant war ein Drop auf 38m zum allseits beliebten Panther und dann gemütliches Austauchen. Wir hatten mal 40m als Obergrenze festgelegt und mit dem Kommentar “Deko muß nicht sein, aber wenns dann passiert isses auch nicht so tragisch” ging es auch los. Nachdem wir etwas hinausgepaddelt waren und uns fallen ließen endeten wir auf 45m knapp unter unserem Ziel. Der Panther war schnell gefunden, aber leider fand ich das schöne Schwein nicht mehr (jemand eine Idee, auf wie viel m das liegt?). Auf dem Rückweg sind wir dann in Richtung der Gipsfigur am Ende des Abhangs getaucht. Der Blick auf den TC segnete uns dann jedoch wie erwartet auch mit etwas längeren Dekozeiten als geplant. Unter Wasser übertauchten wir dann noch Piti aus dem DDU und reihten uns zu einer kleinen Heerschar an dekompressierenden Tauchern ein. Es fröstelte uns bereits ein wenig und nach 14min Deko klapperte es schon ganz schön bei mir. Immerhin konnte ich mir die Zeit durch rückwärts schwimmen üben etwas vertreiben und das wärmte auch etwas auf. Es klappt immer besser! Der gesamte TG dauerte 60 min und war mit Florian gewohnt routiniert. Immer wieder gerne.
Nachdem wir aus dem Wasser kamen und uns erstmal abgerödelt hatten war es für mich an der Zeit den zweiten Buddy für den Tag einzusammeln. Florian mußte leider zu einem Termin und so würde ich mit Max, der mich über die Buddybörse auf dem taucher.net gefunden hatte alleine abtauchen. Er wollte, wie vor kurzem schon Daniel auch halbtrocken das kühle Naß erkunden. Bei milden 11°C aber sicherlich etwas erträglicher. Er hatte vorsichtshalber dennoch einen Heizstrahler zum Aufwärmen mitgebracht. Geplant war erneut der Panther und dann ein Aufstieg in flachere Bereiche. Auch weil Max mit einer M15 unterwegs war waren 45min Tauchzeit geplant. Irgendwie sind wir aber etwas zu tief abgesunken und als wir über den geröllhaltigen Teil hinaus schwebten dämmerte es mir, daß wir den Panther wohl etwas untertaucht hatten. Erwähnenswert wäre allerdings die hervorragende Sicht in diesem sandigen Bereich (abgesehen von der natürlichen, absoluten Dunkelheit). Wir stiegen also etwas auf und tauchten zurück bis unser Licht die Kloschüssel erleuchtete. Direkt unterhalb steht der Panther und so war er doch noch gefunden. Da Max mir an der Stelle 100bar anzeigte war an die Gipsfigur nicht mehr zu denken. Wir tauchten dennoch ein wenig in die Richtung um ihm noch ein wenig Abhang und die schöne Bodenstruktur an der Boje zu zeigen. Kurz darauf hatte sich wieder einiges an Deko aufgestaut und Max begann zu frieren. Also ging es erneut ans Absitzen der Deko und dann ans abrödeln. Max war heilfroh über seinen Heizstrahler. Er erleichterte mich noch um meine alten Neoprensocken und dann ging es für uns beide zurück ins Arbeitsleben. Ein netter Tauchstart in das Jahr 2011… Und es schneit wieder.
Einsortiert unter: Gedanken | Schlagwörter: 1.6, Deko on the fly, Dekompression, Dekompressionstheorie, Gedanken, gtuem, GUE, Partialdruck, technisches Tauchen
Nachdem in der zweiten Ausgabe 2010 die gtuem im Caisson einen Artikel zur Dekompressionstheorie und Deepstops veröffentlicht hat und ich diesen mit großem Interesse gelesen habe, bin ich einmal mehr gedanklich mit dem Deko on the fly (DoF) Modell der GUE kollidiert.
Das Deko on the fly Modell integriert zwar fortschrittlich tiefe Stops, verteilt die weiteren Stops danach jedoch schwerpunktmäßig auf Tiefen um 6m und 21m (dort ist jeweils durch die Gaswechsel der O2-Partialdruck bei ca. 1,6) , während RGBM, VPM und VPM-B progressiv steigende Dekozeiten in den flacheren Stops ausgeben. Vergleicht man die Dekozeiten eines Beispiels von DoF mit VPM-B (45m, 22min GZ), so werden Unterschiede deutlich:
DoF:
21m: 3min, 18m: 2min, 15m: 2min, 12m: 2min, 9m: 2min, 6m: 5min, 3m: 6min
Gesamtdeko: 22min
VPM-B:
18m: 1min, 15m: 1min, 12m: 2min, 9m: 3min, 6m: 8min, 3m: 3min
Gesamtdeko: 18min
Als Notfallberechnung ist die Faustregel DoF natürlich Gold wert, jedoch stoße ich mich mit der Ansicht einiger technischer Taucher, die sämtliche Deko “aus Prinzip” mit dieser Faustformel berechnen.
Besonderes Unverständnisse wirft der angestrebte O2-Partialdruck von 1,6 über die gesamte Deko auf, der das ganze Modell des DoF bestimmt. Folgt man dem Artikel im Caisson, so steigt der O2-Partialdruck nur im 6m Bereich auf diesen Wert, da frühere Übersättigungen zu einer erhöhten Wahrscheinlichkeit von Mikroblasen führt. Es kann also davon ausgegangen werden, daß bei der Verwendung des DoF Modells zumindest “subklinische Symptome” auftauchen können. Ob das im Regelfall der Gesundheit so dienlich ist möchte ich gerne in den Raum stellen.
Spätestens mit der Veröffentlichung dieses Artikels empfinde ich das DoF Modell zur regulären Berechnung der Dekostops als hinfällig. Letztendlich bin ich jedoch weder Physiker, Biologe, noch Mediziner und freue mich über jede Erleuchtung wo ich Denk- und Verständnisfehler implementiert habe.
Einsortiert unter: Ausbildung | Schlagwörter: CMAS, Dekompression, Nitrox, Seekuh
In Deutschland ist Nitrox bekanntlich nicht so weit verbreitet wie auf den meisten ausländischen Basen und so war es für mich bis dato recht uninteressant, Geld in eine Nitrox-Ausbildung zu investieren. Doch da für die meisten Nitrox** Kurse der Nitrox* als Vorraussetzung gilt war es nun soweit. Also bin ich gestern Abend nach Mainz zur Seekuh gefahren und habe dort das Manual abgeholt und mich zum Kurs angemeldet. Da der Kurs ein reiner Theoriekurs ist und ich generell als jemand bekannt bin, der Theorie zu Hause büffelt war der auch ohne vorherige Anmeldung exklusiv für mich verfügbar. Zu dem dort üblichen, unschlagbar günstigen Preis.
Das Manual mit etwas weniger als 100 Seiten war am Abend durchgearbeitet. Morgens nochmal etwas vertieft und so ging es heute wieder nach Mainz um die Prüfung abzulegen und die praktische Einweisung zu bekommen. Da ich bereits bei der Seekuh meinen OWD gemacht hatte wußte ich, daß generell um die Praxis wesentlich mehr Aufheben gemacht wird als um die Theorie. Der schriftliche Test war schnell erledigt (inklusive einem massiven Fehler im Antwortenkatalog) und dann ging es ans Analysieren der Gase und ein vertiefendes Gespräch in die Dekompressionstheorie. Zwar ist diese Theorie kein Inhalt des Nitrox* Kurses, aber dennoch sehr interessant und für spätere Kurse relevant. Jetzt warte ich also mein Nitrox PIC und habe mein erstes “Specialty” absolviert… Juchhu.







